Integrationsbericht der Bundesregierung mit Licht und Schatten

Integrationsbericht der Bundesregierung mit Licht und Schatten

Tabellen, Daten, Fakten zur "Integration" - nachzulesen auf 260 Seiten.

Heute hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, den 260 Seiten umfassenden sog. Integrationsindikatorenbericht vorgestellt (hier einsehen). Der Bericht soll Aufschluss über die Entwicklung der Integration von 2005 bis 2010 geben, stützt sich im wesentlichen auf die jeweiligen Mikorzensus-Berichte des Statistischen Bundesamtes. Der Bericht zeigt, dass die Bundesregierung noch erhebliche Anstrengungen in der Integrationspolitik unternehmen muss: Schule, Ausbildung, Arbeitsmarkt, Armutsrisiko – hier zeigen die Daten, dass Bürger mit „Migrationshintergrund“ schlechter abschneiden, auch wenn durchaus Fortschritte bei ihrer Integration in den genannten Bereichen erkennbar sind (allerdings nicht beim Armutsrisiko). Böhmer musste auch einräumen, dass das Ziel der Halbierung der Schulabbrecher bis 2012 wohl nicht mehr erreicht werden könne. Für mich ist klar, dass wir an diesem Ziel festhalten und die erforderlichen Maßnahmen intensivieren müssen. Umso kritischer müsste Frau Böhmer sein, dass die eigene schwarz-gelbe Koalition – wie geschehen – die Mittel der Arbeitsmarktvermittlung in Milliardenhöhe zusammenstreicht.

Anlässlich des Berichtes ist ohnehin zu hinterfragen, ob die Einteilung der Statistiken nach Migrationshintergründen Sinn macht. Wir müssen auf die konkrete Lage der Jugendlichen oder Arbeitslosen schauen, nicht auf deren Herkunft. Wir müssen dafür kämpfen, dass jeder Jugendliche einen Abschluss schafft, egal welcher Herkunft er oder sie ist. Zur Wahrheit bei der Arbeitsplatzsuche gehört ja auch, dass Jugendliche mit fremdklingenden Namen bei gleicher Qualifikation deutlich seltener zum Vorstellungstermin eingeladen werden. Bei der Veröffentlichung des Berichtes äußerte Böhmer zu Recht, dass nicht der Migrationshintergrund z.B. über die schulische Entwicklung entscheide, sondern wesentlicher Faktor vielmehr die soziale Herkunft der Schüler sei. Diese Einschätzung ist zu teilen, der ständige Blick auf die Herkunft schafft Isolation und Barrieren, die das gesellschaftliche Zusammenwachsen nicht stärken, sondern behindern.