Bericht meines Stipendiaten Karl aus den USA

Bericht meines Stipendiaten Karl aus den USA

Vor dem Abflug: Karl und ich auf dem Wandsbeker Marktplatz

Für ein Jahr als Austauschschüler in die USA! Diese Chance vom Parlamentarischen Patenschafts Programm (PPP) des Deutschen Bundestages nutzte Karl Richter aus Hamburg-Wandsbek. Ich hatte Karl als Stipendiat aus einer Reihe von Bewerbungen aussuchen dürfen und wünschte ihm kurz vor seinem Abflug im September noch viel Erfolg und ein tolles Jahr.

Nunmehr hat Karl seinen ersten Bericht nach 1 Monat USA vorgelegt. Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute und einen tollen USA-Aufenthalt!

Haben Sie auch Interesse an 1 Jahr USA oder haben Sie SchülerInnen in Ihrem Bekanntenkreis, die sich dafür interessieren könnten?

Dann sehen Sie sich hier alle Infos zum Programm an: www.bundestag.de/bundestag/europa_internationales/interna…

Mein Auslandsjahr – Bericht vom 27. September 2010

Von Karl Richter

Mir geht es sehr gut hier in Jackman, US-Bundesstaat Maine. Meine Familie ist total nett und bemüht und ich habe schon sehr viel erlebt. Was ich bisher alles erlebt habe, habe ich in diesem Bericht zusammengefasst:

Am 2. September war es soweit: Nachdem ich am Vorabend noch lange packen musste, war ich schließlich am Flughafen. Am Gate hatte ich dann noch Julius getroffen, den ich bereits während des Vorbereitungsseminars in Berlin kennengelernt habe. Auf dem Flug nach Frankfurt, wo der Transatlantik-Flug startet sollte, war das schon ein komisches Gefühl, alles hinter sich zu lassen. Aber der Flug war ja nur kurz, und in Frankfurt haben wir noch weitere Stipendiaten getroffen. Der Flug in die USA war spannender, ich war ja noch nie zuvor in einem so großen Flugzeug für Interkontinentalflüge.

Bei meiner Gastfamilie bestätigte sich eines der typischen Klischees über das Land: An einem der ersten Tage habe ich mit einem Gewehr schießen können, denn Gewehre haben sehr viele hier und gehen auch jagen. Am nächsten Tag habe ich mit meiner Gastfamilie dann ein kleines Autorennen angesehen. Das war wirklich super. Außerdem war ich im Wald, die besitzen nämlich total viel Land und der Vater arbeitet in der Holzverarbeitung.

Meine Gastfamilie ist total nett und ich verstehe mich sehr gut mit meinem Gastbruder. Er ist 16 und ich lerne viele Leute durch ihn kennen. Allerdings ist es in der Schule manchmal schwer, alle kennen mich und ich denke manchmal “Wer bist du?”. Die Schule ist klein, 160 Schüler, aber sie gefällt mir sehr und die Mitschüler sind alle total nett. Ich bin nur in Klasse 11,  das ist aber nicht so schlimm, so bin ich mit Anna und Anthony (meinen Gastgeschwistern) in Kursen. Ich habe die Fächer U.S. History, Environmental Science, English und Technical Drawing (Architektur-Zeichnen); was ich nächstes Halbjahr wähle weiß ich noch nicht. Es ist aber alles im Vergleich mit zu Hause sehr einfach dort, ich bekomme gute Noten und verstehe auch sprachlich alles. Ich fahre mit einem typischen Schulbus zur Schule, der holt uns um 7a.m. ab und ich habe Unterricht bis 2 p.m. Am Montag, Dienstag und Donnerstag spiele ich nach dem Unterricht noch Golf. Ich habe das in Deutschland zwar noch nie gespielt, aber das klappt ganz gut und letzten Mittwoch habe ich auch bei einem Turnier mitgespielt.

An den Wochenenden mache ich immer unterschiedliche Sachen, normalerweise treffe ich mich mit Freunden. Einmal habe ich mit meinem Gastbruder und zwei Cousins in Schlafsäcken draußen geschlafen. Das war schön, man konnte total viele Sterne sehen. Letztes Wochenende haben wir am Samstag eine riesige Party für 150 Personen in unserem Garten veranstaltet. Es kam ein DJ und wir hatten sogar einen mechanischen Rodeo-Bullen gemietet, die Party war echt toll. Am nächsten Tag sind wir dann zu einem NASCAR-Race (Auto-Motorsport) gefahren, pro Fahrt 5 Stunden plus Pausen, das Rennen war nämlich in New Hampshire, einem anderen Bundesstaat. Aber das Rennen war super, wir hatten gute Plätze und zum Glück Ohrenstöpsel, das wäre sonst sehr laut gewesen. Dieses Wochenende habe ich auch ausprobiert zu Reiten, es klappt ganz gut und meine Familie möchte mit mir mal einen Ausritt machen.

Das war erst mal alles aus Amerika. Und ich kann kaum erwarten, was alles noch kommen wird!