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Unsere Ziele für Deutschland

Unsere Ziele für Deutschland

22. September 2009 | Kategorie: Allgemein,Integrationspolitik
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Am 27. September 2009 entscheidet sich, wer Deutschland in den nächsten vier Jahren regiert. Wem die Menschen sich anvertrauen.
Welchem Kanzler sie zutrauen, dass er unser Land sicher durch die Krise führt, für Arbeitsplätze kämpft und die Wachstumskräfte stärkt.
Aber es entscheidet sich noch viel mehr. Es geht darum, wie es im neuen Jahrzehnt nach der Krise in unserem Land weitergeht. Einige sagen: „Diese Krise war ein Betriebsunfall. Lasst ihn uns beheben, dann geht es weiter wie bisher.“ Diese Auffassung ist falsch! Denn diese Krise ist mehr als ein normaler Konjunktureinbruch. Sie ist das Ergebnis einer Ideologie, bei der maximaler Profit und nicht der Mensch im Mittelpunkt steht.

Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf der ganzen Welt und unzählige Unternehmen müssen jetzt ausbaden, was andere bei ihrer bedenkenlosen Renditejagd hinterlassen haben. Die Aufgabe der Politik ist es, die Folgen zu bewältigen und eine Wiederholung dieser Krise auszuschließen.

Wir haben uns acht wichtige Ziele gesetzt, um Deutschland gut durch diese Krise und fit für die Zukunft danach zu machen. Diese acht Ziele möchten wir Ihnen gerne vorstellen.

Wir sind die Partei der Arbeit. Unser Ziel ist die Vollbeschäftigung.

Deshalb kämpfen wir dafür, dass jede und jeder Arbeit hat. Jetzt in der Krise setzen wir auf Qualifizierung statt Entlassung. So gehen Betriebe und Belegschaften gestärkt aus der Krise hervor.
Wir setzen uns ein: für die ungerecht bezahlte Friseurin, für den von Kündigung bedrohten Arbeiter in der Automobilindustrie, für die freiberufliche Grafikerin und für die allein erziehende Mutter in Teilzeit.
Wir wollen gute Arbeit für alle. Gute Arbeit ist fair bezahlt. Gute Arbeit macht nicht krank.
Gute Arbeit ist familienfreundlich organisiert und macht Weiterbildung möglich. Aber die gute Arbeit fällt nicht vom Himmel, sie muss erkämpft werden! Deshalb brauchen wir starke Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dazu gehört der Kündigungsschutz, dazu gehören starke Gewerkschaften, starke Betriebsräte,
und dazu gehört auch ein gesetzlicher Mindestlohn. 7,50 Euro sind dabei für uns derzeit eine sinnvolle Orientierungsmarke.

Wir setzen uns für die Tarifautonomie ein. Sie ist der beste Weg zu guten Löhnen! Wir helfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Familien, indem wir den Eingangssteuersatz von 14 auf 10 Prozent
absenken. Und wir bieten in Zukunft an, für einen Lohnsteuer-Bonus in Höhe von 300 Euro (Ehepaare 600 Euro) auf die Einkommenssteuererklärung zu verzichten. Auch das kommt besonders den Geringverdienern
zugute.

Die Arbeitslosenversicherung ist eine wichtige soziale Errungenschaft. Wir wollen sie konsequent weiterentwickeln zur modernen Arbeitsversicherung. Bisher bietet unser Sozialsystem vor allem Hilfe, wenn man arbeitslos geworden ist. Mit der Arbeitsversicherung bieten wir zusätzlich Weiterbildungsmaßnahmen und einen besseren Schutz vor Arbeitslosigkeit, damit man am besten gar nicht erst seine
Arbeit verliert.

Um Menschen, die Arbeit suchen, besser zu helfen, wollen wir die weltweit beste Arbeitsvermittlung schaffen! Beim Arbeitslosengeld II werden wir die Regelsätze regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls erhöhen. Vermögen, das im Alter für eine monatliche Rente dient, werden wir nicht auf das ALG II anrechnen. Denn Arbeitslosigkeit darf nicht zu Armut im Alter führen.

Auch die Rente wollen wir näher an den Bedürfnissen der Menschen gestalten. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, wollen wir flexible Übergänge aus der
Arbeit in die Rente ermöglichen. Hierzu schaffen wir die geförderte Altersteilzeit, wenn im Gegenzug die Stelle mit einer jüngeren Arbeitnehmerin oder einem jüngeren Arbeitnehmer besetzt wird.

Gute Löhne für gute Arbeit – und zwar für alle!

Bildung wird immer wichtiger. Wer keine gute Ausbildung hat, findet keinen Job oder verdient nicht genug zum Leben. Darum haben wir ein klares Ziel für Deutschland: Jede und jeder soll einen Schulabschluss und einen Berufsabschluss machen. Für dieses Ziel fördern wir Bildung auf allen Ebenen.

Wir fördern jede und jeden, der seinen Schulabschluss nachholen möchte. Parallel dazu führen wir eine Berufsbildungsgarantie ein, für alle, die über 20 sind und weder Abitur noch Berufsabschluss haben.
Der Grundstein für Bildung wird schon im Kindesalter gelegt. Deshalb wollen wir eine bessere Betreuung schaffen und so den Familien helfen. Dazu wollen wir flächendeckend Ganztagsschulen
einführen.

Und wir achten besonders auf die Kinder aus Familien mit geringen und durchschnittlichen Einkommen. Gerade für sie ist es wichtig, dass Ausbildung und Studium bezahlbar sind. Wir Sozialdemokraten
kämpfen dafür, dass jede und jeder die Chance auf ein gutes Leben hat. Ein wichtiges Instrument dafür ist das BAföG.

Wir werden es ausweiten, so dass der Staat Schüler und Studenten besser unterstützt.
Bildung kostet Geld. Deshalb: mindestens 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und 3 Prozent für Forschung und Entwicklung! Nur so können wir Deutschland zukunftsfähig machen.
Und während die anderen nur von Bildung reden, ohne sie finanzieren zu wollen, legt die SPD ein sinnvolles Konzept vor:

Wir führen einen Bildungssoli auf sehr hohe Einkommen ein und sichern so die Bildung unserer Kinder. Dabei zahlen die, die über 250.000 Euro (Singles 125.000) verdienen, einen Steuersatz
von 47 statt 45 Prozent.

Erstklassige Bildung ohne Gebühren!

Der Klimawandel bedroht unseren Planeten. Diese Bedrohung ist eine konkrete, die uns schon heute, aber vor allem unsere Kinder und später deren Kinder vor immense Herausforderungen stellt.
In diesem Bewusstsein wollen wir jetzt umsteuern. Deutschland braucht eine ökologische Industriepolitik, und die gibt es nur mit der SPD. Wir müssen weg vom Öl und hin zu den Erneuerbaren Energien!
Dazu legen wir einen „Nationalen Aktionsplan Erneuerbare Energien“ vor. Damit machen wir Deutschland unabhängiger und schaffen zukunftssichere Jobs. Wir müssen mit unseren natürlichen Ressourcen schonend
umgehen, Energie einsparen und Erneuerbare Energie fördern. Außerdem brauchen wir eine effiziente und möglichst saubere Nutzung von Kohle und Gas. Wir werden den Atomausstieg konsequent umsetzen. Nur wer die SPD wählt, verhindert den Wiedereinstieg! Union und FDP wollen die gefährliche und
schmutzige Atomkraft weiterhin nutzen.

Wir wollen Deutschland ökologischer machen, indem wir zum Beispiel Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Und wir wollen die Energie, die wir erzeugen, effektiver einsetzen.
Auch dafür müssen und werden wir investieren, in eine groß angelegte Energiesparoffensive. Denn wir sehen den Energiewandel nicht als Belastung. Wir wollen die Chancen nutzen, die er für unsere
Wirtschaft bietet. Dazu gehört auch die Automobilindustrie. Das Auto der Zukunft wird mit neuer Technik weniger Energie verbrauchen. Wir wollen, dass es in Deutschland entwickelt wird und flächendeckend zum
Einsatz kommt.

Klimaschutz mit sicherer Energie statt gefährlicher Atomkraft!

Familien haben viele Belastungen zu bewältigen. Auf der einen Seite der Beruf, der oft nicht viel Zeit für das Familienleben lässt. Auf der anderen Seite die Kindererziehung, die neben viel Freude auch viel Zeit und Gelassenheit benötigt. Dazu kommen bei vielen Familien finanzielle Sorgen.

Wir wollen den Familien helfen. Nicht mit den Rezepten der Konservativen, bei denen Familie und Beruf unvereinbar sind, sondern modern und sozialdemokratisch. Deshalb wollen wir in den kommenden Jahren ein Recht auf Ganztagsbetreuung schon für Kleinkinder einführen. Damit auch Eltern eine Chance auf gute Arbeit haben. Und wir wollen noch mehr: Wir werden die Qualität der Kindertagesstätten
verbessern und sie zu Eltern-Kind-Zentren ausbauen, in denen Eltern Hilfe und Beratung erhalten. Das hilft auch Alleinerziehenden.

Langfristig sollen die Kitas komplett gebührenfrei werden. Wir unterstützen Familien und erhöhen den Kinderfreibetrag ab Januar 2010 um 200 Euro. Mittelfristig führen wir einen Kindergrundfreibetrag
ein. Der wirkt für alle gleich – egal, ob die Familie ein hohes oder niedriges Einkommen hat.
Das Elterngeld, eine Erfindung der SPD, werden wir weiter ausbauen. Für die Eltern erhöhen wir die Zahl der Partnermonate dann von zwei auf vier. Und wir erweitern den Anspruch auf Elterngeld bei Teilzeitbeschäftigung von sieben auf sechzehn Monate.

Die SPD hat einen Aktionsplan gegen Kinderarmut entwickelt und wir werden ihn umsetzen. Zusätzlich wollen wir Kinderrechte ins Grundgesetz aufnehmen, um ihnen noch mehr Geltung zu verschaffen.

Unterstützung für unsere Familien!

Schon lange kämpfen Frauen für gleiche Chancen und Rechte. Doch noch immer bekommen sie nicht nur im Schnitt ein Viertel weniger Lohn als Männer. Auch wenn sie die gleiche Arbeit machen, bekommen sie dafür oft weniger Geld. Sie haben schlechtere Aufstiegschancen im Beruf. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten werden nicht hinnehmen, dass das so bleibt!
Wir werden mit verbindlichen Regelungen dafür sorgen, dass gleiche Löhne für gleiche Arbeit gezahlt werden. Und wir werden den Frauenanteil in Führungspositionen deutlich erhöhen. Frauen müssen jeden Beruf ergreifen können und darin genauso erfolgreich wie Männer sein können! Zukünftig sollen in jedem Aufsichtsrat
mindestens 40 Prozent der Sitze mit Frauen besetzt werden. Bisher zementiert auch unser Einkommenssteuerrecht die alten Geschlechterrollen.

Wir arbeiten weiter daran, das zu ändern. Deshalb werdenwir das Ehegattensplitting so verändern, dass sich Arbeit für beide Partner stärker lohnt! Und wir werden dafür sorgen, dass Teilzeitbeschäftigung
nicht in eine Sackgasse führt. Die Union steht für ein veraltetes Familienbild. Wir wollen in die andere Richtung, wir wollen starke Frauen. Denn unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auf ihr
Wissen und ihr Können zu verzichten!

Echte Gleichstellung für Frauen!

Integration ist ein wichtiges Ziel der Sozialdemokratie. Egal ob es sich um die Integration von Migrantinnen und Migranten oder um ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung handelt:
Die SPD will gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen in unserem Land möglich machen.
Dazu brauchen wir gerade in der Bildung eine bessere Förderung. Nur wer gut ausgebildet ist, hilft später sich und der Gesellschaft. Die Schulen, die besondere Integrationsleistungen erbringen, sollen
deshalb mindestens eine Schul-Sozialarbeiterin oder einen Schul-Sozialarbeiter zur Unterstützung erhalten. Sie bieten den Menschen Hilfe vor Ort, und die ist oft bitter nötig.

Damit schon zu Schulbeginn kein Kind benachteiligt ist, wollen wir eine verbindliche Sprachförderung einführen, die schon vor der Schule einsetzt. Den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wollen wir
erleichtern, und wir akzeptieren eine doppelte Staatsbürgerschaft.
Damit niemand hier wieder ganz von vorne anfangen muss, wollen wir die Bildungsabschlüsse derer, die in unser Land einwandern, besser anerkennen. Teilhabe in einer Demokratie heißt auch, dass man
wählen darf. Deshalb werden wir auch für Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger das kommunale Wahlrecht durchsetzen, wenn sie seit über sechs Jahren in Deutschland leben.

Auch Menschen mit einer Behinderung brauchen eine bessere gesellschaftliche Teilhabe. Wir sorgen mit einem nationalen Aktionsplan dafür, dass dieses Ziel erreicht wird. In diesem Prozess sind alle gefordert: Bund, Länder und Gemeinden. Die Wirtschaft und Gewerkschaften, Verbände, Selbsthilfegruppen und die Zivilgesellschaft.

Wir wollen weiter an einer Gesellschaft arbeiten, in der alle frei und gleichwertig sind. Dazu brauchen wir eine neue Kultur der Anerkennung. Diskriminierung hat bei uns keinen Platz!

Ein tolerantes Land für alle – Vielfalt statt Einfalt!

Wo immer nur nach dem schnellen Profit gestrebt wird, bleiben Menschen und Natur auf der Strecke. Deshalb brauchen wir eine Kultur der Langfristigkeit in den Unternehmen. Wir wollen Investitionen statt Spekulation und wir werden dafür klare Regeln für die Wirtschaft aufstellen. Wir werden die Managergehälter begrenzen und die Unternehmen dem Gemeinwohl verpflichten.

Wir brauchen einen stärkeren Mittelstand, denn hier entstehen die guten Arbeitsplätze. Auch in der Krise unterstützen wir Unternehmen mit günstigen Krediten und das Kurzarbeitergeld hilft,
Arbeitsplätze zu erhalten.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise erfordert entschlossenes Handeln von der Bundesregierung. Die SPD hat sich dieser Verantwortung gestellt. Aber wir müssen auch über diese Zeit hinausdenken,
damit wir nie wieder in so eine Krise geraten!

Wir wollen einen fairen Wettbewerb um bessere Ideen und Produkte und kein Wettrennen zu immer niedrigeren Löhnen und schlechteren Arbeitsbedingungen. Einkommen und Vermögen müssen gerechter
verteilt werden. Das ist nicht nur sozial geboten, das ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll.

Steueroasen müssen wir konsequent trockenlegen und Steuerhinterziehung bekämpfen. Es darf nicht sein, dass sich einige Leute davor drücken können, ihren Teil beizutragen. Auch die Spekulanten
werden wir in die Pflicht nehmen.

Mit strengen Regeln an den Finanzmärkten werden wir verhindern, dass wieder mit der Zukunft der Menschen Glücksspiel betrieben wird. Dazu gehört auch eine Börsenumsatzsteuer. Besonders die Zukunftsbranchen, zum Beispiel in den Neuen Energien, werden wir stärken. Mit innovativer Forschung und klugem Unternehmertum
bleibt Deutschland erfolgreich.

Wir wollen keine Zwei-Klassen-Medizin. Mit der Bürgerversicherung führen wir ein solidarisches System für alle Bürgerinnen und Bürger ein. So zahlt jeder einen Beitrag, der seinem Einkommen angemessen ist, und alle profitieren von einer besseren Versorgung.

Die Menschen in Deutschland stemmen sich gegen die Krise, und der Staat darf sie dabei nicht alleinlassen. Dazu muss er handlungsfähig bleiben. Wer jetzt die großen Steuersenkungen verspricht, täuscht die
Bürgerinnen und Bürger. Mit uns werden die Lasten der Krise gerecht verteilt und neue Chancen entstehen.

Eine menschliche Gesellschaft statt ungezügeltem Kapitalismus!

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