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Hebammen brauchen mehr Unterstützung – sonst gibt es keine mehr

Hebammen brauchen mehr Unterstützung – sonst gibt es keine mehr

16. August 2010 | Kategorie: Positionen & Debatten
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Die freiberuflichen Hebammen in Deutschland brauchen endlich eine vernünftige und gesicherte Vergütung. Sie sind es, die werdende Mütter zu Beginn der Schwangerschaft, währenddessen und nach der Geburt beraten und Sicherheit geben. Als Mutter habe ich das selbst erfahren dürfen.

Das Problem: Jede Hebamme muss sich versichern (falls bei der Geburtenbetreuung etwas passiert) und die Prämien für diese Haftpflicht sind seit dem 1. Juli 2010 um bis zu 660 Euro gestiegen. So können freiberufliche Hebammen nicht kostendeckend arbeiten – viele Hebammen haben die direkte Geburtenbegleitung bereits aufgegeben und bieten allenfalls Kurse vor und nach der Geburt an. Die Verhandlungen der Hebammenverbände mit den Krankenkassen über eine höhere Vergütung als Ausgleich der gestiegenen Versicherungskosten sind Ende März 2010 gescheitert, die Vermittlung der zuständigen Schiedsstelle brachte am 5. Juli 2010 ein wenig zufriedenstellendes Ergebnis für die Hebammen: Pro Geburt erhalten Hebammen lediglich 100 Euro mehr.

Ich unterstütze die Forderungen der Hebammen nach besserer Vergütung und habe deshalb an der Hebammen-Mahnwache in der Hamburger Innenstadt am 12. August teilgenommen (das Hamburger Abendblatt berichtete hier mit Statement von mir darüber). Ganz klar: Hebammen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Für Schwangere und junge Mütter ist die Hebamme vor und nach der Geburt eine enge und wichtige Ansprechpartnerin.

Die Unterstützung von Hebammen muss wesentlicher Bestandteil von Familienpolitik sein!

Die Bundesregierung ist gefordert, endlich Daten zur Versorgungslage der Hebammenhilfe bereitzustellen. Auf Grundlage dieser Daten muss dann geschaut werden, wie den Hebammen eine solide finanzielle Basis geschaffen werden kann. Denn: Schwangere Frauen wollen den hervorragenden Rund-um-Service der Hebammen in Anspruch nehmen – und die Hebammen würden gerne weiterhin ihrem Beruf nachgehen.

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