Dialog mit den Migrantenorganisationen: „Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft“

Dialog mit den Migrantenorganisationen: „Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft“

Gestern fand der regelmäßig durchgeführte Dialog mit den Migrantenorganisationen im Bundeskanzleramt (diesmal zum Thema „Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft“) statt. Auch wenn wir uns aktuell verstärkt um die Aufnahme und Integration der gerade zu uns kommenden Flüchtlinge kümmern müssen, ist das Thema Gesundheit und Pflege bedeutender Bestandteil einer vorausschauenden Integrationspolitik. Die Frage, wie unser Land auf die zunehmende Zahl von älteren Menschen mit Einwanderungsgeschichte eingestellt ist, wird immer wichtiger. Nach dem Schwerpunktjahr Ausbildung 2014 habe ich 2015 deshalb „Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft“ zum Schwerpunktjahr gemacht.

Ich freue mich besonders, dass der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe an dem heutigen Treffen teilgenommen hat und mich bei meinem Schwerpunktjahr unterstützt. Das Bundesministerium für Gesundheit engagiert sich immer stärker in der interkulturellen Öffnung der Pflege, bei der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen, der Datenlage und der Information für Betroffene.

Migrantenorganisationen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie können Menschen mit Einwanderungsgeschichte dazu anregen, sich an der Selbsthilfe im Gesundheitssystem zu beteiligen oder Gesundheitsämter und Pflegeberatung unterstützen, sich für Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu öffnen. Viele Migrantenorganisationen engagieren sich bereits sehr: Sie aktivieren Seniorinnen und Senioren , informieren in den Herkunftssprachen oder entwickeln Programme und Projekte zur Betreuung von pflegebedürftigen Menschen, ganz besonders für Menschen mit Demenzerkrankungen.

Ich möchte, dass dieses Engagement Vorbild für andere Migrantenorganisationen wird und niemand mehr wegen seiner Herkunft, seiner Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache oder seiner geringeren Kenntnisse des Gesundheits- und Pflegewesens auf rechtmäßige Versorgungsleistungen verzichten muss. Denn es nützt uns allen, wenn jeder in unserem Land von Prävention und angemessenen gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung profitiert.

Ich selbst fördere einen Ratgeber zum Thema Demenz in türkischer Sprache. Die Broschüre erläutert kindgerecht die Krankheit und hilft Kindern beim Umgang mit den Veränderungen der Großeltern. Der Ratgeber richtet sich auch an Erwachsene, sie erhalten Tipps für die Gestaltung des Familienlebens und Informationen über Hilfsangebote und Beratungsstellen. Der Ratgeber wird auch auf Russisch erscheinen.

Mehr Informationen zum Gesundheitsjahr finden Sie hier.