Das wird teuer für SIE – Beitrag zur Krankenversicherung wird steigen
Nach den Plänen der schwarz-gelben Koalition steigen IHRE Beiträge zur Krankenversicherung alsbald von 14,9 auf 15,5 Prozent. Davon zahlen Sie 8,2% Ihres Lohns, Ihr Arbeitgeber 7,3%. Eine absolut ideenlose Abwälzung der Kostensteigerung im Gesundheitssystem auf die Versicherten.
Damit nicht genug, CDU, CSU und FDP legen nach: Auch die monatlichen Zusatzbeiträge, die eine Krankenkasse bei Finanzknappheit von Ihnen erheben kann, sollen massiv erhöht werden können, nämlich auf bis zu 2% Ihres Einkommens. Ihre Krankenkasse dürfte dann bis zu 75 Euro zusätzlich im Monat von Ihnen einziehen! Bisher durfte max. 1% des Einkommens erhoben werden bis zu einem Wert von ca. 37,50 Euro.
Wenn die Bundesregierung diese Ankündigungen wahr macht, ist das ein ganz schlechter Tag für Sie. Zumal Arbeitnehmer – im Gegensatz zu den Arbeitgebern – gleich zweimal zur Kasse gebeten werden. Zum einen durch die Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes und zum anderen durch die Ausweitung der Zusatzbeiträge, die allein von Ihnen als Versicherte/r getragen werden müssen.
Die Pläne sind wirklich ideenlos. Ein halbes Jahr hat die Koalition Beratungszeit gebraucht. Schwarz-Gelb ist offensichtlich nicht in der Lage, weitergehende Strukturreformen im Gesundheitswesen voranzubringen. Immerhin ist von Bundesgesundheitsminister Rösler (FDP) und seinen Plänen zum Einstieg in die Kopfpauschalen – zum Glück – nichts mehr zu hören. Aber die Versicherten so wieder abzukassieren ist ziemlich ärgerlich.
Was aber tun, wenn das Defizit der Krankenkassen im Jahr 2011 auf 11 Milliarden Euro zu steigen droht? Schluss mit der Zwei-Klassen-Medizin!
Würde man die Privilegien der privaten Krankenkassen streichen und Wohlhabende in die solidarische Krankenversicherung zurückholen, würde das Defizit der Kassen schmelzen wie Eis in der Sonne. Aus Sicht der SPD gibt es keinen Grund für zwei getrennte Krankenversicherungsmärkte, die nach unterschiedlichen Regeln funktionieren. Für eine effiziente, solidarische und hochwertige Gesundheitsversorgung brauchen wir faire, einheitliche Bedingungen und Regeln für alle Versicherungen, egal ob privat oder gesetzlich, damit die Versicherten möglichst viele Wahlmöglichkeiten haben.
Außerdem sollen die Beiträge wieder paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezahlt werden. Der Zusatzbeitrag zum Versicherungssatz von 0,9% gehört abgeschafft. Würde dazu auch noch eine echte Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln und Therapien hinzukommen, könnte auch die Pharma-Branche ihren Beitrag für ein solide finanziertes Gesundheitswesen leisten.
Ist das zu viel verlangt? Wohl kaum.
Downloads
- Keine Dokumente zum downloaden.




















Kommentar hinterlassen