Bildungsstand der Schüler – Hamburg weit hinten
Die Ergebnisse des ersten Bundesländervergleiches im Bildungsbereich sind da! Im Auftrag der Bundeskultusministerkonferenz wurden über 40.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse in ganz Deutschland in den Fächern Deutsch und Englisch auf ihre Lese- und Zuhörkompetenz getestet. Im Fach Deutsch wurden zudem die Rechtschreibkenntnisse getestet.
Das Ergebnis: Bayern und Baden-Württemberg liegen in allen Bereichen vorne, Hamburg liegt abgeschlagen auf den hinteren Plätzen zusammen mit Bremen, Berlin und Brandenburg. Das gilt auch für die Hamburger Gymnasiasten, deren Punktzahlen in den Tests signifikant unter dem bundesweiten Vergleichswert aller Gymnasiasten liegen.
Die Studie mit allen Ergebnissen und Tabellen können Sie hier einsehen! Für den Schnellüberblick empfehle ich Seite 6, Abbildung 1.
Warum hat Hamburg diese schlechten Ergebnisse? Weil der CDU-geführte Hamburger Senat seit seiner Regierungsübernahme im Jahr 2001 (vor neun Jahren!) eine verkorkste Bildungspolitik in unserer Stadt betreibt. Darauf hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion Hamburg wiederholt aufmerksam gemacht. Im Einzelnen hier nachzulesen auf der Themenseite der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Wer erinnert sich noch an die Bildungssenatoren seit 2001? Es waren Rudolf “Konteradmiral” Lange (FDP), Reinhard Soltau (FDP) und Dinges-Dierig (zunächst parteilos, dann CDU).
Es bleibt zu hoffen, dass mit der Primarschule (falls diese nach dem Volksentscheid am 18. Juli überhaupt kommt!) Hamburgs Schüler bessere Ergebnisse erzielen können: Dann gäbe es kleinere Klassen, mehr Lehrer und längeres gemeinsames Lernen. Das ist der erste Schritt, um allen Schülerinnen und Schüler bessere Leistungen zu ermöglichen.
Auch die Bundesregierung ist bisher auf einem teuren Holzweg, wenn sie dreistellige Millionenbeträge für nachträgliche Reparaturmaßnahmen oder Gutscheine für eine kostenlose oder verbilligte Nachhilfe ausgeben wollen. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, diesen Unsinn zu stoppen und mit den Ländern eine Vereinbarung zur dauerhaften Stärkung der Bildungsinfrastrukturen zu verhandeln.
Für mich als Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion sind innerhalb der Studie die Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund von besonderem Interesse. Die Studie der Kultusministerkonferenz zeigt, dass diese Schüler leider schlechtere Resultate erzielen, als ihre Mitschüler ohne Migrationshintergrund. Im Fach Deutsch erreichen Schüler mit Migrationshintergrund lediglich zwischen 88% der Punktzahl ihrer Mitschüler (Lesekompetenz), 85% der Punkte (Zuhör-Kompetenz) und 91% der Punkte (Rechtschreibung).
Im Fach Englisch sieht es etwas besser aus: Dort erzielen die Schüler mit Migrationshintergrund 91% (Lesekompetenz englisch) und 92% (Hörverstehen englisch) der Punkte von Schülern ohne Migrationshintergrund.
Großes Hoffnungszeichen bei den Schülern mit Migrationshintergrund: Je länger die Einwanderung der Familien in unser Land zurückliegt, desto besser werden die Ergebnisse der Schüler mit dem dann schon etwas älteren „Migrationshintergrund“. So erreichen „Jugendliche der zweiten Generation“ (Beide Eltern im Ausland geboren, Jugendliche/r in Deutschland geboren) im Fach Deutsch zwischen 86 bis 92% der Punkte der Schüler ohne jeglichen Migrationshintergrund, während Jugendliche der ersten Generation (Eltern und Jugendliche/r im Ausland geboren) nur 83% bis 87% der Punkte erreichten. Es geht also aufwärts!
Betrachtet man die Herkunftsländer der Zugewanderten im Einzelnen, so liegen laut der Studie die Jugendlichen türkischer Herkunft in den Bereichen Lesen (81% der Durchschnittspunktzahl aller Schüler), Zuhör-Kompetenz (77% der Punkte) und Rechtschreibung (87% der Punkte) hinten, während zugewanderte Jugendliche aus Polen (92% Lese-Punkte, 89% Zuhör-Punkte, 93% Rechtschreib-Punkte) und aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion (91%, 88%, 92%) besser abschnitten.
Die Zahlen liegen also auf dem Tisch: Hamburgs CDU-geführte Bildungspolitik versagt seit bald einem Jahrzehnt, und bei der (schulischen) Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund müssen die Bundesländer einiges aufholen. Wir alle sprechen davon, dass das Beherrschen der deutschen Sprache Voraussetzung für Integration ist – also packen wir es an, gemeinsam mit den Jugendlichen!




















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